• Thorsten Fischer warnt vor Planungsfallen

Thorsten Fischer warnt vor Planungsfallen

Bebauungspläne beziehungsweise Grundstückskaufverträge können Vorgaben oder sogar Verbote in Sachen Heiztechnik enthalten.

Häuslebauer, aufgepasst! Vielen ist nach den Erfahrungen von Thorsten Fischer, Geschäftsführer von Fischers Haustechnik, eines nicht bekannt und klar: „Bebauungspläne beziehungsweise Grundstückskaufverträge können Vorgaben oder sogar Verbote in Sachen Heiztechnik enthalten.“ Hintergrund sind vorhandene Nah- oder Fernwärmenetze. Außerdem spielen Luftreinhaltepläne unter Umständen eine negative Rolle.

„Nah- und Fernwärme ist längst nicht immer sinnvoll“

Thorsten Fischer spricht in diesem Zusammenhang von „Planungsfallen“, warnt vor erheblichen Nachteilen für die Bauherren. Er wurde in jüngster Zeit immer häufiger mit Grundstückskaufverträgen konfrontiert, die solche Anschluss- und Benutzungszwänge oder auch Verbrennungsverbote beinhalten.

Fischer meint: „Nah- und Fernwärme ist längst nicht immer sinnvoll.“ Denn gegenüber Wärmenetzen mit langen Vertragslaufzeiten seien Verbraucher durch individuelle Heizungstechniken mit Öl, Gas, Pellets, Strom und Sonne unabhängig und flexibel. Das gelte insbesondere beim Einkaufen und Lagern von Energie, so Fischer. Optimal organisierte dezentrale Lösungen könnten ebenfalls erheblich Energie einsparen, fügt er hinzu.

In seiner Haltung sieht sich Thorsten Fischer durch die vergleichende wissenschaftliche Studie „Dezentrale vs. Zentrale Wärmeversorgung im deutschen Wärmemarkt“ bestätigt, die im September 2016 veröffentlicht wurde. Aus dieser Untersuchung lässt sich eine Massentauglichkeit für die Fernwärme nicht ableiten.

Für individuelle und dezentrale Heizsysteme spricht viel

Die in der Studie errechneten Einsparungen bei Energie und Kosten sprechen Fischer zufolge in der Regel für individuelle und dezentrale Heizsysteme.

Beispiel: Wird in einem bestehenden Gebäude die mit einem Öl- oder Gasbrennwertkessel modernisierte Heizungsanlage mit der Fernwärme verglichen, lassen sich im einfachsten Fall (Brennwertkessel) inklusive Preissteigerungen 30,2 Prozent an Energiekosten gegenüber dem Fernwärmeanschluss sparen (814 Euro pro Jahr). Wird zusätzlich noch in Solarthermie investiert, erhöhen sich die Einsparungen gegenüber einem zentralen Wärmenetz auf 40,7 Prozent (1.096,50 Euro pro Jahr).

Im Neubau sind die Investitionskosten für Heizungsanlagen gegenüber der Fernwärme-Anbindung zwar höher. Aber auch hier lassen sich bei den durchschnittlich jährlichen Energiekosten inklusive Preissteigerungen Einsparungen gegenüber den zentralen Wärmenetzen erzielen. Je nach Heizungstechnik belaufen sich die Einsparungen auf zwischen 25 und 48,5 Prozent, also zwischen 680 und 1.315,50 Euro pro Jahr.

Fischers abschließender Tipp: Auf www.freie-waerme.de steht eine neue Infobroschüre unter dem Titel "Zukunftsorientierte Heizungskonzepte gesucht" zum Download bereit.

Bildquelle: Allianz Freie Wärme

2019-01-04T15:36:34+01:00 7. August 2019|