• Hohe Bußgelder für ungültige Energieausweise

Hohe Bußgelder für ungültige Energieausweise

2019 verlieren solche Zertifikate für Wohnhäuser ab Baujahr 1966 ihre Gültigkeit.

Thorsten Fischer, Geschäftsführer von Fischers Haustechnik, warnt:  „Energieausweise für Gebäude sind grundsätzlich zehn Jahre gültig und nicht länger. Wenn Eigentümer über keinen gültigen Energieausweis verfügen, können ihnen unter Umständen hohe Bußgelder drohen.“ Grundlage ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) des Bundes. Diese hatte vor einiger Zeit sowohl die frühere Wärmeschutzverordnung als auch die Heizungsanlagenverordnung zusammengefasst.

Ausweise für Verkauf oder Vermietung zwingend

2018 verloren Energieausweise – manchmal auch als „Energiesparausweise“ bezeichnet – für Immobilien mit einem Baujahr vor 1966 ihre Gültigkeit. 2019 trifft es Wohnhäuser mit Baujahr ab 1966. Für Gebäude, die seit dem 1. Oktober 2007 neu gebaut oder modernisiert wurden, liefen die ersten Ausweise im Herbst 2017 aus. Ausgenommen sind neben Baudenkmälern kleine Gebäude, die eine Nutzfläche von maximal 50 Quadratmetern haben.

Vor Bußgeldern müssen sich Immobilieneigentümer allerdings nur dann fürchten, wenn sie ihr Gebäude verkaufen oder (ganz oder teilweise) neu vermieten wollen. Denn in den Immobilienanzeigen in digitaler oder analoger Form sind Angaben aus dem Energieausweis verpflichtend. Eine Ausnahme sind Privatanzeigen, etwa am Schwarzen Bett eines Supermarktes. Außerdem muss der Energieausweis den Interessenten bei einer Besichtigung vorgelegt werden.

Der Gesetzgeber verlangt eine rechtzeitige Vorlage oder Übergabe des Energieausweises. Ferner müssen die Daten zutreffend sein. Im schlimmsten Fall kann das Bußgeld 15.000 Euro betragen. In den meisten Fällen ist die Untere Bauaufsichtbehörde für solche Bußgeldverfahren zuständig.

Unterschied zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis 

Was Immobilieneigentümer aus Sicht von Thorsten Fischer ebenfalls wissen sollten: Der Energieausweis hat zwei Varianten, nämlich den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Während der Verbrauchausweis auf den tatsächlichen Verbräuchen in den vergangenen drei Jahren basiert, wird für den Bedarfsausweis vor Ort der Zustand von Gebäude und Heizung erfasst; darüber hinaus berechnet ein Experte den Energiebedarf. Pflichtangaben sind der Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs des Gebäudes, wesentliche Energieträger der Heizung, das Baujahr des Gebäudes und die Energieeffizienzklasse, die im Energieausweis genannt wird.

Einen Bedarfsausweis benötigt der Eigentümer, sofern der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, das Gebäude weniger als fünf Wohnungen hat und die Anforderungen der 1. Wärmeschutzverordnung nicht erfüllt werden. Beim Einhalten der 1. Wärmeschutzverordnung, einem Bauantrag nach dem 1. November 1977 und dem Vorhandensein von mehr als fünf Wohneinheiten, darf sich der Eigentümer zwischen einem Bedarfsausweis und einem Verbrauchsausweis entscheiden.

Bildquelle: intelligent heizen VdZ

2019-01-07T13:51:41+01:00 4. November 2019|